Wiener Schnecken aus dem Hause Gugumuck

Warum zählt die Schnecke als Fastenspeise?

Da Fleisch eine sehr lustfördernde Wirkung nachgesagt wurde, war es Mönchen an 150 Tagen nicht erlaubt Fleisch, Eier und tierische Fette zu sich zu nehmen. In den Alpenregionen wurden jedoch bis ins frĂĽhe Mittelalter keine Fische gegessen – so mussten die Mönche die Fastenregeln umgehen um ihre Klöster zu ernähren. FĂĽr die Kirche zählten Schnecken nicht als Fleisch und sie wurden daher in der Fastenzeit mit Genuss und in groĂźen Mengen verspeist. Die Mönche ĂĽbernahmen die uralte Tradition der Schneckenzucht in ihren Klostergärten, die bis heute in dieser Form in Italien zu finden ist.

Im Jahr 1862 schrieb Carl Julius Weber in seinen Reisebriefen ĂĽber seine Fastenerlebnisse in Wien: „Ich habe in Wien zur Fastenzeit mein Fleisch gekreuzigt mit ungarischen Edelkröten, mit Hausen, Schlampeten, Makkaroni und mit den allseits beliebten Schnecken ….“.