Willkommen im Hauptquartier der Gugumuck-Farm-to-Table-Universität, Abteilung Kreislauf mit
Grips für Gegenwart und Zukunft. Leitung: Doktor Alba Einschleim.
Ich bin nur wegen meiner hervorragenden Weltraumtauglichkeit geladen.
Stellen’S Ihnen vor: Marsstation. Draußen roter Staub und Solarzellen, drinnen ein paar Menschen,
ein Tank Wasser, ein Sack Abfall und etliche ganz dringende Fragen.
Da oben kann keiner sagen: „Schatzi, ich geh no schnell einkaufen.“
Da oben gibt’s kein: „Dann haun ma’s halt weg.“
Da oben muss alles im Kreis gehen: Wasser, Luft, Nährstoffe, Pflanzenreste, Essen,
Ausscheidungen, wieder Wasser, wieder Nährstoffe, wieder Essen.
Was auf der Erde oft nur vernünftig wär, ist am Mars Überlebensbedingung.
Also muss man sein Hirn einschalten, alles genau erforschen und dann planen, planen, planen:
Wen und was nimmt man mit auf den Mars in so eine Zukunftsküche?
Pflanzen? Sicher.
Pilze? Sehr wahrscheinlich.
Algen? Naheliegend.
Insekten? Die drängeln sich eh schon wieder vor.
Kalbsschnitzerl am Mars? Geh bitte. Ein echtes Wiener Schnitzerl ist ein Kalbsschnitzerl, eh kloa –
aber genau deshalb ist es für eine Marsstation ein ziemlicher Luxus. Da hängen Wasser, Futter,
Stall, Platz und Verarbeitung dran, noch bevor es überhaupt goldbraun in der Pfanne brutzelt.
Schnecken, meine Herrschaften, Schnecken wären im Vergleich dazu zumindest eine Überlegung
wert, sagt Doktor Alba Einschleim. Wö wir Schnecken sind: klein, leise, platzsparend und von Haus
aus reisefertig.
Und als Lebensmittel gar nicht deppert: viel Eiweiß, wenig Fett, dazu Mineralstoffe wie Eisen,
Magnesium, Calcium und Zink.
Aber Achtung: Auch wir sind keine trockene Lösung. Bei uns muss es immer ein bisserl feuchteln.
Ohne Feuchtigkeit wird aus mir, dem Schneckenkönig, schnell ein runzliges Dörrzwetschkerl.
Und genau deshalb stehen wir hier vor der Grünen Wand.
Wie können wir gebrauchtes Wasser wieder aufbereiten?
Wie halten wir Wasser länger im Kreislauf?
Und wie wird aus einer kühlenden grünen Wand vielleicht einmal ein ganzes Netz grüner
Reinigungssysteme für die Stadt?
Tja. Klein sein bedeutet nicht, nicht groß zu denken.
Und bevor wir jetzt ganz abheben, schleichen wir uns noch zur letzten Station: dem Waldgarten.