Warum ist ein Pantscherl mit der Isabella so stürmisch?
Weil sie in jeder Lage einen feschen Auftritt hinlegt – und dann auch noch genüsslich mit ihrem
Abgang spielt.
Jung, frisch, trüb, süß, gärend und nicht ungefährlich!
Jeden September wird unsere Isabella-Traube geerntet und zu Sturm vergoren. Mit unserem Wiener
Gemischten Satz vom Döblinger Nußberg darf sich die Gartenbar sogar eine echte Wiener
Heurigenschank nennen.
Und jetzt passen’S auf: Ganz Wien ist geologisch gesehen ein einziger Lagenweingarten.
Ja, wirklich! Denn wenn wir schneckenklein tief genug in die Zeit hinunterschauen – vor rund 15
Millionen Jahren –, dann stehen wir hier wieder am Grund der Paratethys. Sie erinnern sich: Das
war dieses große Urmeer, das sich von den Ausläufern der Alpen bis weit nach Zentralasien
erstreckte.
Also dort, wo Sie heut den Kellner rufen, is früher vielleicht grad ein Hai vorbeigeschwommen. Da
ein Delfin, dort ein kleiner Wal. Und unterm Tisch san Muscheln, Schnecken, Tintenfische, Algen,
Korallen und sonstiges Meeresgetier herum gewuselt.
Na bravo.
Nun haben wir ja schon gelernt: Alles Leben und alle Materialien werden mit der Zeit immer wieder
umgebaut, zerlegt und neu verwendet. Nix bleibt, wie’s is. Nicht einmal ein Urmeer. Und genau so
ist es auch mit dem Kalk und den Sedimenten passiert, die dieses Meer dagelassen hat.
Das Wasser hat sich zrückgezogen. Geblieben sind Schalen, Skelette, Kalk, Sand, Ton und
versteinerte Spuren einer vergessenen Meereswelt. Später kamen Löss, Lehm, Schotter, Wind,
Wetter und Zeit dazu.
Und auf einmal hat Wien Böden, auf denen Reben erstaunlich gut wachsen.
Es wird a Wein sein. Und mia wern nimmer sein …
Ich bin übrigens auch ganz narrisch auf Kalk. Der Kalk hilft mir beim Hausbau. Dem Wein gibt der
Boden Charakter.
Und Sie beißen ein Schluckerl, ziehen die Luft über den Gaumen, schauen und sagn:
„Mmm … mineralisch.“
Jetzt is aber Schluss.
A Achterl no, dann wackeln wir miteinand zur Grünen Wand.