„Heut kräuln ma aus dem Schneckenhaus, heute gram ma Tote aus!“
Frei nach Voodoo Jürgens.
Reden wir übers Sterben.
Der Partysmalltalkrenner schlechthin.
Im Wienerischen gibt’s für den Tod ja so viele Umschreibungen, wie der Strand unter euren
Zecherln Sandkörndln hat. Und diese Redewendung ist hier gar nicht so weit hergeholt. Weil wir
stehn am Rand des Wiener Beckens. Das wurde einst vom Wasser der Paratethys umspült, einem
urzeitlichen Meer, das Sedimente, Kalk, Muscheln und jede Menge Schneckenhäuser in unsere Erde
geschrieben hat.
Übrigens: Das Urmeer hat auch die Schnecken selber ausgespuckt. Besser gesagt: Ein Teil meiner
Vorfahren ist vor rund 300 Millionen Jahren aus dem Wasser geschlurft und an Land ansässig
geworden.
Wahrscheinlich, weil sie einmal das Gras von unten haben wachsen hören wollen.
Oder weil sie arme, hungrige Paradeiser mit Nährstoffen versorgen wollten.
Vielleicht glaubten sie auch an Wiedergeburt und wollten einfach alle Formen des Lebens einmal
ausprobieren.
Aber glauben heißt nicht wissen. Also rechnen wir nach.
Wenn ich von den ersten zellähnlichen Strukturen des Lebens abstamme, und wenn jede
Lebensform in meiner Linie brav alt genug geworden ist, um sich zu vermehren, und wenn
dazwischen Milliarden Jahre liegen – dann muss ich, äääh … wo hab ich denn den Taschenrechner
…
Na ja.
Ausgesprochen recht oft umgebaut worden sein.
Das Ding gibt Error aus.
Sapperlot!
Wurscht!
Ich stelle mir vor, dass mich der Sensemann holt, wenn ich die Patschn streck, und hierher zum
Oberkomponisten der Umwandlungssinfonie bringt: zum Gugumuck-Kompost.
TataTata!
Hier ist er: der Misthaufen. Der stinkerte, hitzige, dampfende Alchemist. Er hat die uralte Formel
geknackt. Er kann aus organischem Material schwarzes Gold machen. Er schluckt das Alte, nimmt
ihm Form und Namen, zerkleinert’s, zerknetet’s und verdaut’s am End zu Humus.
Und was lernen wir daraus, bevor wir zum Schneckentheater weiterschleichen?
Etwas sehr Tröstliches:
Kränk di ned.
Aus dir wird sicher a no was.