Welche Weide liebt der Fisch? Die Schneckeneingeweide.
Das ist alles andere als ein Witz! Die Fisch’ haben uns Schnecken schon seit Urzeiten zum Fressen
gern.
Theoretisch können wir Weinbergschnecken uralt werden: oft 10, manchmal sogar 20 Jahre alt.
Praktisch schmecken wir einfach zu gut: Alles, was außerhalb des Schneckenhauses sichtbar ist,
landet im Kochtopf – und der Rest is fia die Fisch’.
Man muss es akzeptieren: Seit der Mensch zündelt, kocht er uns. Tröstlich ist: Er grillt auch den
Fisch.
Wo Archäologen buddeln, finden sie Schneckenhäuser. In steinzeitlichen Höhlen, in lang
verschütteten Städten, auf griechischen Inseln, in der mit Asche gefüllten Partymeile der Römer:
Pompeji.
Schneckenmast und Schneckenzucht begleiten die Menschheit vom Arme-Leute-Essen über die
traditionelle Fastenspeise bis zur Delikatesse mit viel Knoblauch. Und das Wien der letzten
Jahrhunderte konnte von uns gar nicht genug bekommen: Neben dem Züchten und Sammeln
wurden Schnecken säckeweise aus den umliegenden Ländern importiert, um die Nachfrage zu
decken. Das alte Wien kannte eigene Schneckenweiber am Markt – genauso wie Fischhändler.
Und heut? Was von uns Schnecken nicht in die Küche geht, wird Futter für die Fisch’.
Fressen und gefressen werden – irgendeiner sagt immer „Mahlzeit.“
Nur ned sentimental werden, meine Herrschaften, kommen’S weiter zum Kompost. Dort arbeitet
das gleiche Prinzip.
So ist Natur.