Willkommen in der Marktgärtnerei!
Hier am Gugumuck-Hof gibt’s enorm viel: Kräuter, Gemüse, Salate, Pilze im Keller und Gewürm
in der Erde. Kirschbaum, Pfirsichbaum, Feigenallee, Zitronengarten und Weinstöcke. Bienen, Käfer,
winzige Bakterien, gierige Monster-Fischeln im Fischhaus, unzählige Verwandte aus der
Rothneusiedler Weinbergschneckeria, dazu Hendln, Gärtner, Köche, Kellner und euch, werte Gäste.
Und was haben wir alle gemein? Hm?
Alles, was hier kreucht, kriecht, wächst, blüht, gärt, kocht, frisst und serviert, stammt aus derselben
uralten Geschichte. Kein Schmäh. Irgendwann vor fast vier Milliarden Jahren begann auf der Erde
Leben. Nicht gleich als Schneckenkrönung der Schöpfung, eh kloa, sondern winzig, zellig,
mikroskopisch.
Und von dieser ersten Lebenslinie führt eine ununterbrochene Spur bis zu euch, zu mir, zum
Mangold, zum Wels, zum Pilz und zum Bakterium im Boden.
Ja! Genau! Wir sind alle verwandt. — Tja. Familie kann man sich bekanntlich nicht aussuchen.
Aber da kommt noch was dazu. Jetzt wird’s wirklich unheimlich: Jeder eurer Vorfahren hat es
geschafft, lange genug am Leben zu bleiben, um Nachkommen zu haben. Jede Mama, jeder Vati,
jeder Ururururahn, jedes haarige, fischige, kriechende, zellige Irgendwas in unserer Linie: Alle
haben überlebt, bis sie mit einem Feschak flirten, ein Techtelmechtel eingehen und dann laichen,
Eier legen, gebären oder sich sonstwie vermehren konnten.
Was für ein Gedanke!
Nur eine einzige Unterbrechung in dieser schier unfassbar langen Spur – und ich wäre jetzt gar
nicht da. Es gäbe mich gar nicht. — Krawuzi!
Das ist kein Lotto-Sechser. Das ist ein Lotto-Lotto-Lotto-Sechser, der seit Milliarden Jahren nicht
und nicht aufhört. Ich bin eine Glücksschnecke!
Das muss ich gleich den Fischln im Fischhaus unter die Kiemen reiben!